Tag der offenen Tür am 6. September

Herzliche Einladung

Anlässlich des 115-jährigen Bestehens unseres Kreisverbandes laden wir am 6. September zu einem Tag der offenen Tür auf das Gelände unsere Geschäftsstelle ein. Von 11 bis 17 Uhr erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. So gibt es neben einem DRK-Museum und die Möglichkeit, verschiedene Beratungsangebote (unter anderem zum Hausnotruf und zur Inklusionsassistenz) wahrzunehmen, auch Live-Musik, eine Boots- und Fahrzeugbesichtigung, Gewinnspiele und viele weitere Mitmach-Aktionen für die ganze Familie.

Auch als Arbeitgeber stellt sich das DRK vor: Notfallsanitäter*innen sowie Interessierte an einer Tätigkeit in der Inklusionsassistenz im Raum Bonn und Rhein-Sieg-Kreis haben die Möglichkeit, das DRK im Rahmen eines lockeren Speeddatings kennenzulernen – unverbindlich und ohne vorherige Anmeldung.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Zur Geschichte des Kreisverbandes

Bereits zehn Jahre bevor sich das Deutsche Rote Kreuz in seiner heutigen Form gründete, wurde 1911 die erste Hilfeleistung der sogenannten Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Bonn dokumentiert. Die Idee des Roten Kreuzes war zu diesem Zeitpunkt längst in Europa verbreitet. Ins Leben gerufen wurde die Bonner Sanitätskolonne von Dr. Weiskorn. Ihre Hauptaufgabe bestand zunächst darin, bei Unfällen Hilfe zu leisten. Nur drei Jahre nach der Gründung brach der Erste Weltkrieg aus. Die Bonner Rotkreuzhelfer*innen unterstützten in dieser Zeit unter anderem bei Transportaufgaben, in Verpflegungsstellen sowie in Kriegslazaretten. Zugleich engagierten sich zunehmend Frauen in der Sanitätskolonne.

Nach dem Ende des Krieges übernahm das Rote Kreuz unter anderem die Betreuung von Kriegsflüchtlingen, insbesondere im rechtsrheinischen Bonn-Beuel.
Die Erfahrungen des Krieges führten dazu, den Bereich aufzubauen, der heute als Breitenausbildung bekannt ist. Ziel war es, die Bevölkerung in Maßnahmen der Ersten Hilfe zu schulen. Diese Aufgabe gehört bis heute zu den zentralen Tätigkeitsfeldern des Deutschen Roten Kreuzes.

In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg entstand die erste Frauengruppe, und die Zahl der weiblichen Helferinnen wuchs stetig. Gleichzeitig wurden die Vorläufer der heutigen vier Bereitschaften gegründet, die damals als sogenannte Landkolonnen im Bonner Stadtgebiet organisiert waren.
Mit der Ausbreitung des Nationalsozialismus in Europa blieb auch das Rote Kreuz in Bonn nicht von den politischen Entwicklungen verschont. Das damalige Rotkreuzhaus wurde als Unfallhilfsstelle genutzt. Die Grundsätze der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung gerieten zunehmend unter Druck.

Die Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stand das DRK Bonn vor einer seiner größten Herausforderungen: das verloren gegangene Vertrauen wiederzugewinnen und zu zeigen, dass es seinen humanitären Werten erneut verpflichtet war. In dieser Zeit entstand auch der DRK-Suchdienst, der bis heute in Bonn tätig ist. Seine Aufgabe besteht darin, Menschen zu unterstützen, die durch Kriege, Katastrophen, Flucht, Vertreibung oder Migration von ihren Angehörigen getrennt wurden. Der Suchdienst hilft dabei, Familienangehörige zu finden, Kontakte wiederherzustellen und Familienzusammenführungen zu ermöglichen. Mit der Anerkennung des Deutschen Roten Kreuzes als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege im Jahr 1950 erweiterten sich auch die Aufgaben des DRK Bonn. Neben der Versorgung von Verwundeten und dem Ausbau von Katastrophenschutz und Blutspendedienst rückten soziale Angebote zunehmend in den Fokus. Es entstanden zahlreiche Einrichtungen, darunter die heilpädagogisch-integrative Kindertagesstätte Cläre-Grüneisen-Haus, die Seniorenbegegnungsstätte in Oberkassel, Beratungsangebote für Geflüchtete sowie das Therapiezentrum in Beuel.

Der Einfluss der Geschichte

Wie eng die Arbeit des Roten Kreuzes mit den Herausforderungen ihrer Zeit verbunden ist, zeigte sich auch in den folgenden Jahrzehnten. Während der Flutkatastrophe in den Niederlanden im Jahr 1953 unterstützte das DRK Bonn die Hilfsmaßnahmen vor Ort. Nach dem Ungarnaufstand 1956 wurden Geflüchtete betreut. Mit dem Ausbau der Kernenergie gewannen Strahlenschutzschulungen an Bedeutung. In den 1970er Jahren folgten Einsätze nach Erdbeben sowie die sanitätsdienstliche Betreuung der Bundesgartenschau. In den 1980er Jahren kamen Großdemonstrationen hinzu, die eine umfassende Einsatzplanung erforderten.

Nach dem Fall der Berliner Mauer unterstützte das DRK Bonn die Betreuung von Aussiedlerinnen und Zugewanderten in der damaligen Bundeshauptstadt. Neben den zahlreichen regulären Einsätzen übernahm das Rote Kreuz immer wieder besondere Aufgaben bei Flüchtlingsbewegungen, Umweltkatastrophen und Großschadenslagen. So engagierten sich die haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen in den vergangenen Jahren unter anderem bei der Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine sowie während der Flutkatastrophe 2021, als das DRK über Wochen hinweg in Dernau und anderen betroffenen Regionen im Einsatz war.

Blick in die Zukunft

Auch heute steht das DRK vor großen Herausforderungen. Steigende Kosten und Kürzungen im Sozialbereich erschweren die Arbeit vieler sozialer Träger. Und auch der Fachkräftemangel macht auch vor DRK-Angeboten nicht halt. Um die Menschen in Bonn weiterhin verlässlich unterstützen zu können, sind innovative Ideen und nachhaltige Lösungen gefragt. Eines bleibt dabei unverändert: das Engagement im Zeichen der Menschlichkeit, das das Deutsche Rote Kreuz seit mehr als 115 Jahren prägt.