450 Kräfte unterstützen Rettungsdienste und Kliniken
Pressemitteilung des DRK Landesverband Nordrhein
Düsseldorf, 29.06.2026
Die Hitzewelle hat am vergangenen Wochenende Rettungsdienste, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in Nordrhein an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Landesverband Nordrhein unterstützte deshalb flächendeckend die Kommunen mit zusätzlichen Rettungsmitteln, mobilen Sanitätsstationen sowie Personal und Material für den Bevölkerungsschutz.
Mehr als 450 ehren- und hauptamtliche Einsatzkräfte aus 19 der 29 DRK-Kreisverbände im Landesverband Nordrhein waren am Wochenende im Einsatz. Sie besetzten zusätzliche Rettungswagen (RTW) und Krankentransportwagen (KTW), unterstützten den kommunalen Regelrettungsdienst bei außergewöhnlich hohen Einsatzzahlen, arbeiteten mit Fachberaterinnen und Fachberatern in Krisenstäben zusammen, richteten mobile Sanitätsstellen und Behandlungsplätze ein und halfen bei der Evakuierung stationärer Altenhilfeeinrichtungen. Die DRK-Landesvorhaltung ergänzte die Einsätze mit zusätzlichem Personal sowie Material.
„Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr, sondern eine Herausforderung für den Bevölkerungsschutz. Die Einsätze des vergangenen Wochenendes zeigen eindrucksvoll, wie wichtig ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz mit einem starken Ehrenamt ist. Das Deutsche Rote Kreuz steht den Kommunen auch in solchen außergewöhnlichen Lagen zuverlässig zur Seite, schnell, professionell und mit großem Engagement“, sagt Landesbereitschaftsleiter Frank Langer vom DRK Landesverband Nordrhein.
Besonders deutlich wurde dies an mehreren Einsatzorten:
Im Klinikum Köln-Merheim der Kliniken der Stadt Köln unterstützte der DRK-Kreisverband Mönchengladbach bei einem außergewöhnlich hohen Patientenaufkommen in der Zentralen Notaufnahme. Mit ihrer mobilen Sanitätsstation nebst ehrenamtlichem Rettungsdienst-Personal wurden zusätzliche Behandlungskapazitäten geschaffen, um insbesondere zahlreiche Patientinnen und Patienten mit hitzebedingten Erkrankungen wie Dehydrierung oder Hitzschlag zu versorgen und die Notaufnahme zu entlasten. Die DRK-Landesvorhaltung stellte ergänzend mobile Sanitäranlagen und Duschcontainer bereit. Der DRK-Kreisverband Mettmann unterstützte mit der Bereitstellung von Pavillons.
In den Kölner Messehallen richtete die Stadt ein Notfallversorgungszentrum ein. Der DRK-Kreisverband Köln unterstützte dort mit einer Einsatzeinheit bei der medizinischen Versorgung sowie der logistischen Betreuung der Patientinnen und Patienten, unter anderem mit Getränken und Snacks. Der DRK-Kreisverband Oberbergischer Kreis stellte einen Behandlungsplatz 50. Zusätzlich unterstützte der DRK-Kreisverband Köln den kommunalen Rettungsdienst durch zusätzliche Mittel aus dem Sonderbedarf.
Auch im Kreis Mettmann gerieten die Zentralen Notaufnahmen an ihre Kapazitätsgrenzen. Gemeinsam mit dem örtlichen Kreisverband wurde deshalb eine Behandlungsstelle „Sonderlage Rettungsdienst“ in Erkrath eingerichtet, um zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten für hyperthermische Patienten zu schaffen.
An der Haltestelle UN-Campus in Bonn blieb ein Regionalexpress mit 475 Fahrgästen aufgrund eines technischen Defekts liegen. Durch den Ausfall der Klimaanlage stiegen die Temperaturen im Zug rasch an. Mehrere Fahrgäste klagten über Kreislaufprobleme. Der DRK-Kreisverband Bonn unterstützte den Regelrettungsdienst mit einem zusätzlichen Rettungswagen sowie zwei Krankentransportwagen, die mit hauptamtlichem Personal besetzt waren.
Der DRK-Kreisverband Essen unterstützte zudem nach einem Stromausfall in einem Pflegeheim. Vor Ort trugen die Einsatzkräfte dazu bei, den Betrieb des Pflegeheims trotz Stromausfall aufrechtzuerhalten und die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sicherzustellen. Die Wasserwacht Essen war indes am Baldeneysee im Einsatz. Dort suchten sie in Zusammenarbeit mit weiteren Hilfsorganisation nach einer vermissten Person im Wasser.
Der DRK-Kreisverband Leverkusen wurde durch die Leitstelle der Berufsfeuerwehr alarmiert und mit dem Aufbau einer Betreuungsstelle für überhitzte Personen in den Räumen der avea-Verwaltung beauftragt. Zusätzlich unterstützten haupt- und ehrenamtliche Kräfte durch die Inbetriebnahme weiterer Rettungsmittel den städtischen Rettungsdienst.
Auch in Düsseldorf wurden die Einsatzkräfte des DRK-Kreisverbandes alarmiert. Aufgrund der anhaltenden Hitzeentwicklung wurde, gemeinsam mit dem ASB, der Johanniter Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst ein Evakuierungszug zusammengestellt und zur Unterstützung zu einem Seniorenzentrum in Dormagen entsandt. Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden aufgrund der stark aufgeheizten Räumlichkeiten vorsorglich evakuiert. Am Sonntagmittag unterstützen Einsatzkräfte mit rettungsdienstlicher Ausbildung den kommunalen Rettungsdienst bei der Bewältigung des außergewöhnlich hohen Einsatzaufkommens.
Darüber hinaus hielt das DRK seine Fachgruppe Trinkwasserversorgung in erhöhter Einsatzbereitschaft. Für den Fall einer hitzebedingten Trinkwassernotlage hätte sie die Bevölkerung jederzeit kurzfristig mit sauberem Trinkwasser versorgen können.
Die Einsätze des Wochenendes verdeutlichen, dass extreme Hitze zunehmend Auswirkungen auf die medizinische Versorgung und den Bevölkerungsschutz hat. Mit seinen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Einsatzkräften, der Landesvorhaltung sowie spezialisierten Einheiten leistet das Deutsche Rote Kreuz einen wichtigen Beitrag, um Kommunen, Rettungsdienste und Kliniken in außergewöhnlichen Belastungslagen wirksam zu unterstützen.
Alle Unterstützungsleistungen des Deutschen Roten Kreuzes wurden für die betroffenen Kommunen, Bürgerinnen und Bürger durch ehrenamtliches Engagement getragen. Das DRK im Landesverband Nordrhein dankt allen Einsatzkräften für ihren engagierten Einsatz unter den erschwerten Bedingungen der anhaltenden Hitze.